Foodwaste – der Irrsinn der Lebensmittelverschwendung

Pünktlich zum bevorstehenden Wochenende möchte ich Euch noch einige Eindrücke mit auf dem Weg geben, die ich diese Woche gewonnen habe.
Das strahlende Herbstwetter hat uns eingeladen mal wieder einen kleinen Spaziergang zu machen.
Nicht weit draußen in der Natur, sondern einfach in der direkten Nachbarschaft, in dem Stadtteil in dem wir wohnen.

Was ich dort gesehen haben macht mich traurig – Nein, es macht mich wütend!

Alte Gärten mit seltenen Sorten

Es blutet mein Herz wenn ich die Tage durch unseren Stadtteil gehe.
Wir wohnen in einer Gegend in der viele Häuser stehen, die rund 100 Jahre alt sind. Häufig sind es alte Herrenhäuser bei denen es selbstverständlich war, dass ein großer Garten mit vielen Obstbäumen angeschlossen ist.

Viele dieser Gärten sind bis heute erhalten.
Sie besitzen einen ganz besonderen Schatz: alte, seltene Obstsorten die es so im Supermarkt überhaupt nicht zu kaufen gibt.
Häufig sind die Gärten ungenutzt, so dass das die Früchte ganz natürlich und ohne Spritzmittel wachsen können.

Foodwaste

BIO Äpfel, Birnen & Zwetschgen für die Tonne?

Und genau hier liegt das Problem (das mich so ärgert):
Die Gärten sind UNGENUTZT, das bedeutet auch, dass die Besitzer für das Obst (Äpfel, Birnen, Zwetschgen, Quitten,..) keine Verwendung haben.
Das Ergebnis ist, dass hochwertige Früchte ungenutzt in den Gärten verrotten.

Gleichzeitig holen sich Familien gespritztes Billigobst vom Discounter.
Dieses wird aus Spanien, Ägypten, Südafrika oder noch weiter weg importiert.

Hier stimmt doch was nicht…..

Es gibt 2 Gruppen von Hausbesitzer

Ich habe mich gefragt, weshalb lassen die Menschen diese hochwertigen Lebensmittel verrotten anstatt sie selbst zu verwenden oder zu verschenken?
Die Antwort ist (leider) ganz einfach:

  • Es gibt die eine Gruppe bei der die Besitzer der Gebäude Immobilienfirmen sind, die darin kein Problem sehen – schließlich schicken diese 3x im Jahr einen Gärtner vorbei der im Garten klar Schiff macht und „das Problem“ ist beseitigt.
  • Es gibt aber auch die andere Gruppe bei denen die Hausbesitzer beruflich stark eingespannt sind oder die Hausbesitzer bereits im fortgeschrittenen Alter sind und nicht mehr die Kraft haben sich um den Garten so zu kümmern wie sie es gerne möchten.

Und in dieser 2. Gruppe liegt Eure Chance!

Mein Appell: Redet wieder mehr miteinander!

Und in dieser 2. Gruppe liegt Eure Chance!

Redet wieder miteinander!
Geht aktiv auf die Besitzer zu – das geht häufig auch ganz unkompliziert am Gartenzaun und sprecht sie an.
Sagt ihnen (ohne direkte Vorwürfe zu machen), dass Ihr es sehr schade findet, dass das gute Obst offensichtlich keine Verwendung findet.
Erzählt von Euren Kindern und bietet an, dass Ihr Euch gerne um das Fallobst kümmern würdet.

Fallobst

Meine Erfahrung hat gezeigt, dass viele Nachbarn dieses Angebot sehr gerne annehmen (siehe Bild 🙂 ).

Häufig ist es Hausbesitzern ein Anliegen, dass das Obst Verwendung findet.
Gleichzeitig hilft man ihnen den Garten sauber zu bekommen.

 

Der positive Nebeneffekt: man lernt seine direkte Nachbarschaft wieder besser kennen.

Mein Appell an die Hausbesitzer:
verschenken vor vergammeln

An die Hausbesitzer unter Euch habe ich auch eine Bitte:

Herbst-Apfel

Bevor Ihr Euer tolles Obst vergammeln lasst (und im Frühjahr die matschigen Früchte aus dem Gras holen müsst) verschenkt es doch.
Viele Familien gehen wieder dazu über mehr selbst zu kochen, vor zu kochen oder ein zu kochen.
Aus Euren Früchten lässt sich herrliche Marmelade, Kompott oder TK-Früchte für den Winter machen.

Versucht es doch einfach mal mit einem Aufruf bei Ebay-Kleinanzeigen, bei Foodsharing.de, bei Facebook „Zu-Verschenken-Gruppen“, oder einer anderen Plattform.
Oder Fragt den örtlichen Kindergarten ob sie Interesse an frischen, natürlichen und ungespritzen Früchten GEGEN SELBSTABHOLUNG haben.

Geht mit offenen Augen durchs Leben

So, Euch allen wünsche ich nun ein schönes und erholsames Wochenende.

Vielleicht nutzt Ihr das wunderschöne Herbstwetter für einen Spaziergang in der Nachbarschaft – eine gute Gelegenheit um tolle Kontakte zu knüpfen :-).

Liebe Grüße

Eure Heike

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